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Poesiesprüche
und Gedichte
Die
Poesiesprüche wurden aus verschiedenen antiquarischen Büchern
entnommen. Viel Spaß beim Lesen.
poesie-gedichte.htm |
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Freund, ringe nicht nach eitlen Kränzen, zu oft sind sie des
Zufalls Spiel; Nein, still zu schaffen, nicht zu glänzen, sei
deines Lebens edles Ziel! Friedrich Wilhelm Gotter 1747 - 1797
Ich will! Das Wort
ist mächtig! Ich soll! Das Wort wiegt schwer! Das zweite spricht
der Diener, das erste sprach der Herr. Lass beide eins dir
werden Im Herzen ohne Groll; Es gibt kein Glück auf Erden, als
wollen, was man soll. Friedrich Halm 1806 - 1871
Das malte Gott!
Mehr braucht es nicht! Wer dies Gebet von Herzen spricht, darf an sein
Werk mit Freuden gehen und treuer Hülfe sich versehn. Und
wär' die Last auch noch so schwer, und drohten Feinde rings umher,
er macht den Trotz der Welt zu Spott, der fromme Spruch: Das malte
Gott! Julius
Sturm
Vielfach ist der Menschen Streben, ihre Unruh', ihr Verdruss; Auch
ist manches Gut gegeben, manch lieblicher Genuss. Doch das
größte Glück im Leben Und der reichlichste Gewinn ist
ein guter, leichter Sinn. J.
W. v. Goethe
Wenn es dir
übel geht, nimm es für gut nur immer; Wenn du es übel
nimmst, so geht es dir noch schlimmer. Und wenn der Freund dich
kränkt, verzeih` s ihm und versteh´ : Es ist ihm selbst nicht
wohl, sonst tät er dir nicht weh. Und kränkt die Liebe dich, sei
dir` s zu Lieb´ ein Sporn; Dass du die Rose hast, das merkst du erst
am Dorn. Friedrich
Rückert
Lass dich Poesie
begleiten auf des Lebens rauem Weg ! Über alle Schwierigkeiten
hebet sie dich leicht hinweg. Allem lässt sich
abgewinnen eine Seite, wo es glänzt, und was kein Verstand
aussinnen kann, hat Phantasie ergänzt.
Friedrich Rückert
Es ist das
Glück ein flüchtig Ding, und war` s zu allen Tagen; Und
jagtest du um der Erde Ring, du möchtest es nicht erjagen
Leg lieber dich ins Gras voll Duft und singe deine Lieder;
Plötzlich vielleicht aus blauer Luft fällt es auf dich hernieder.
Aber dann pack es und halt es fest, und plaudre nicht viel
dazwischen: Wenn du zu lang es warten lässt, möcht' es dir
wieder entwischen. Emanuel
Geibel
Es ist ein leerer, schmeichelnder Wahn, erzeugt im Gehirne des
Toren, im Herzen kündet es laut sich an: Zu was Besserm sind
wir geboren; Und was die innere Stimme spricht, das täuscht die
hoffende Seele nicht. Friedrich Schiller
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